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Do, 15.09.2016   |  Dortmund

Very Important Handwerker!

PROMINENTE HANDWERKER – UND WIE WIR UNS VON IHNEN INSPIRIEREN LASSEN KÖNNEN

Maurer sein heißt Mauern bauen, der Elektriker verbindet Kabel und der Metallbauer baut mit – na? Genau, mit Metall. Aber das trifft nicht immer zu. Denn manchmal, ja, manchmal macht ein Betonbauer mit markanter Nase Werbung für eine Baumarkt-Kette und ein Zimmermann Deutschland zum Fußballweltmeister.

Letzteres beschreibt die Lebensgeschichte von Miroslav Klose. Obwohl beide Elternteile Sportler waren, entschied sich Miro für die Ausbildung zum Zimmerer: „Es war mein Wunschberuf“, verrät der Star-Kicker der Abendzeitung München. Er versichert, hätte es mit dem Fußball nicht geklappt, er hätte die Meisterprüfung abgelegt und sich selbstständig gemacht.

Der Baumarktketten-Markenbotschafter Mike Krüger, begann seine Lehre als Betonbauer ebenfalls aus eigenem Antrieb. Er wollte Architektur studieren und wusste, dass ihm die praktische Ausbildung Vorteile auf dem Bau bringen würde. Tatort-Schauspieler Jan Josef Liefers verfolgte bei seiner Ausbildung ein ganz anderes Ziel: Der Traum von der Schauspielerei stand für ihn schon damals an erster Stelle. Doch um auf die Schauspielschule zu gelangen, brauchte er entweder das Abitur oder eine Berufsausbildung. Liefers wählte die Ausbildung und fing schon wenig später in der Dresdner Semperoper an: als Tischler.

Es ist überraschend, wie viele Prominente ihre Karriere im Handwerk gestartet haben. Heiner Lauterbach lernte Installateur in der Sanitär-Firma seines Vaters, Ex-Bundesarbeitsminister Walter Riester ist von Hause aus Fliesenleger. Wer hätte gedacht, dass der Gitarrist der Scorpions, Rudolf Schenker, eine Ausbildung zum Elektriker absolviert und Entertainer Stefan Raab den Metzger gelernt hat? Harrison Ford ist Zimmermann, Otto Rehagel Maler.

Der Gründer der Firma Miele, Carl Miele, war Maurer, Robert Bosch Mechaniker und Playmobil-Erfinder Hans Beck hat den Beruf des Tischlers erlernt. Um berühmt zu werden, muss man das Handwerk jedoch nicht niederlegen. Das wissen wir spätestens, seit Kult-Auswanderer Konny Reimann samt Kind und Kegel vom Privatfernsehen nach Texas begleitet wurde. Und mal eben ein 1000-Quadratmeter-Haus mit Leuchtturm und vier Gästehäusern baute – eigenhändig. Denn „die Amerikaner machen das nicht so gründlich“, findet der gelernte Klimaanlagenmonteur.

Was sollen uns diese Erfolgsstories nun sagen? Ist der Handwerksberuf etwa nur der erste Schritt auf der Karriereleiter? Schande über den, der den Absprung vom SHK-Installateur zum Musical-Darsteller nicht geschafft hat? Oder sollte man das Handwerk an den Nagel hängen und gleich den nächsten Flieger nach Hollywood buchen – one-way, versteht sich? Sicher nicht.

Und doch können wir etwas Entscheidendes von jenen Handwerkern lernen, die ihre Fühler über ihren Beruf hinaus ausgestreckt haben: Eine Menge wertvolles Kulturgut, sportliche Höhepunkte, Gerätschaften wie die Waschmaschine, die Kleinbildkamera oder die Zündkerze gäbe es heute nicht, wenn ihre Erfinder den Handwerkerberuf nicht erlernt hätten. In allen genannten Fällen ist die Handwerks-Profession Grundlage des Erfolgs gewesen.

Ob Jürgen Dethloff die Mikrochipkarte erfunden hätte, wäre er nicht zuvor zum Rundfunk-Mechanikermeister ausgebildet worden? Bestimmt nicht. Wer weiß, ob Carl Miele seine lösungsorientierte Innovationskraft ohne seine Ausbildung erlangt hätte. Ob Bosch ohne die Mechaniker-Lehre den Sinn für technische Weiterentwicklung gehabt und Klose die Disziplin fürs Fußballtraining aufgebracht hätte, wenn er nicht schon in der Ausbildung gelernt hätte, bei Wind und Wetter morgens früh das Haus zu verlassen. Mike Krüger beißt sich heute durchs Show-Business, das genau so hart sein kann, wie die Arbeit auf dem Bau. Ob unsere Kinder heute auch mit Playmobil spielen würden, hätte Hans Beck sein Gespür für Figuren und Formen nicht in der Tischler-Ausbildung erlernt?

Die Geschichten zeigen: Wissen und Werte, die wir durch das Handwerk erlernen, sollten wir auch darüber hinaus zu schätzen wissen. Und einsetzen. Wer weiß, wohin das später noch einmal führen kann.

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