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Di, 10.03.2015   |  Dortmund

Kunz und bündig: Neue Chance für "NAPE 2.0"

Die von der Bundesregierung verabschiedete Initiative „Nationaler Aktionsplan Energieeffizienz“, kurz NAPE, war als großer Wurf angekündigt worden, um die Energieeffizienz am und im Gebäude zu steigern. Das vollmundige Ziel ist ein klimaneutraler Gebäudebestand in Deutschland bis zum Jahr 2050. Die „große Überschrift“ bei NAPE war ein Steuerbonus für Effizienzmaßnahmen im Bereich der Gebäudetechnik. In der im Dezember 2014 beschlossenen Form und Ausstattung war dieser Bonus aber vor allem eines: Augenwischerei.

Es erfordert keine großen Mathekenntnisse um zu erkennen, dass NAPE für die Setzung starker Impulse für effiziente Sanierungsmaßnahmen völlig ungeeignet war: Nur zehn bis 20 Prozent der Investitionssumme sollten steuerlich absetzbar sein, und das verteilt auf zehn Jahre. Hierdurch hätte bestenfalls ein Mitnahmeeffekt für den Investor erwirkt werden können, wobei durch die Reduzierung der Handwerkerpauschale für haushaltnahe Dienstleistungen sich eine typische „Win-Win-Situation“ ergeben hätte – allerdings ausschließlich für das Finanzamt.

Kürzlich hat die Bundesregierung die Reißleine gezogen und das Thema Steuerbonus gestoppt. Ein möglicher Neustart sollte im Hinblick auf eine steuerliche Föderung die Bezeichnung „Steuerbonus“ dann auch tatsächlich verdienen. Gleichzeitig ergeben sich zudem neue Chancen für andere NAPE-Projekte mit nachhaltiger Wirkung.

Mögliche, effektive Ansatzpunkte könnten neben der Erweiterung des CO2-Sarnierungsprogramms auch wettbewerbliche Ausschreibungen bieten. Durch das NAPE-Projekt „Step-Up“ werden Vorschläge mit den besten „Effizienz-Ideen“ besonders gefördert. Darüber hinaus könnte durch den Wettbewerbs-Gedanken das Interesse und die Aufmerksamkeit an dem Projekt gesteigert werden.

Um schnellwirkende Effekte zu erzielen, sollte die Direktförderung von Kleinprojekten und Einzelmaßnahmen in den Fokus gerückt werden. Konzepte, bei denen eine Hohe „Effizienz-Rendite“, beispielsweise die Höhe der CO2-Einsparung im Verhältnis zum investierten Betrag, prämiert werden, hätten das Potenzial, neue Standards in der Branche zu setzen.

Kurzum, dem unausgegorenen „Steuerbonus“ braucht keine Träne nachgeweint zu werden. Stattdessen ist zu hoffen, dass die im Dezember 2014 von der Bundesregierung etablierten Arbeitsgruppen zwischen Industrie, Verbänden und Politik nun alles daran setzen, um „NAPE 2.0“ sinnvoll und wirksam zu gestalten.

Seit über 40 Jahren arbeitet Udo Kunz, Leiter Marketing und Vertrieb Heizung Deutschland, bereits bei Wilo und kennt die SHK-Branche wie seine eigene Westentasche. In seiner Kolumne kommentiert er das aktuelle Branchengeschehen.

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