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Fr, 27.07.2018

Die Diskussion um den Diesel: Worum geht’s eigentlich?

Der „dreckige Diesel“ steht zunehmend in der Kritik. Sogar Fahrverbote sind nun möglich, um die Luftqualität zu verbessern. Und verunsichern Handwerker, die häufig Diesel fahren. Wir erklären die ganze Diskussion.

Der Abgasskandal hat den Ruf des Diesels beschädigt. Doch auch schon vorher stand er in der Kritik. Feinstaub und Stickoxide – zwei Reizworte, die schon längst zum Diskussionsthema Diesel gehören, als der Skandal um die manipulierten Abgaswerte öffentlich wird. Aber warum eigentlich? Die Geschichte der Diesel-Diskussion in Kurzfassung.

Diesel-Autos spucken gleich mehrere Schadstoffe aus – unter anderem Kohlenstoffdioxid, Feinstaub oder Stickoxide. Kohlenstoffdioxid, also CO2, ist etwa für seine Umweltschädlichkeit bekannt, Feinstaub und Stickoxide vor allem für ihre Gesundheitsschädlichkeit. Denn Stickdioxide können Herz, Kreislauf und Atemwege schädigen, Feinstaub begünstigt etwa Schlaganfälle oder Herzinfarkte. Doch gerade in Ballungsgebieten, zum Beispiel in Großständen, schwirrt jede Menge der gesundheitsschädlichen Diesel-Abgase durch die Luft. Die Folge: Die Werte müssen reduziert werden – irgendwie.

Das Problem: Stickoxide


Eine Idee: Strengere Normen für (Diesel-)Motoren. Die europäischen Abgasnormen unterteilen sowohl Benzin- als auch Diesel-Motoren in Schadstoffklassen. Und die wiederum haben Einfluss auf die Kfz-Steuer oder die Umweltplakette am Auto. Nach und nach hat die Politik so die Anforderungen an Motoren verschärft. Mit Erfolg?

Zumindest teilweise. Während die Feinstaubkonzentrationen Stück für Stück gesunken sind, machen die Stickoxide den großen Städten noch immer Sorgen. Daran konnten auch die EU-Grenzwerte nichts ändern. Dass die Stickoxid-Werte trotzdem nicht gesunken sind, liegt am gestiegenen Dieselbestand. Meint: Die Motoren sind zwar sauberer geworden – seit einigen Jahren fahren aber auch deutlich mehr Dieselfahrzeuge durch die Gegend. Die Schadstoffgrenzwerte, die für die Stickoxide gelten, werden deshalb immer wieder überschritten.

Besondere Aufmerksamkeit erfährt die vermeintlich dreckige Dieseltechnologie seit 2015. Denn damals wurde der Abgasskandal öffentlich. Stück für Stück wird so bekannt, dass namhafte Autohersteller bei den Abgaswerten ihrer Fahrzeuge offenbar getrickst haben. Immer öfter wird die Kritik am Diesel laut – und damit die Frage: Könnte es sogar zu Dieselfahrverboten kommen, wenn das Problem der überschrittenen Schadstoffgrenzwerte nicht zu lösen ist?

Fahrverbote sind erlaubt – doch es gelten Ausnahmen


Tatsächlich: Im Februar 2018 kommt das Okay dafür von höchster Stelle. Das Bundesverwaltungsgericht bestätigt in einem Urteil, dass Fahrverbote für Diesel theoretisch möglich sind. Immerhin: „Allerdings sind bei der Prüfung von Verkehrsverboten für Diesel-Kraftfahrzeuge gerichtliche Maßgaben insbesondere zur Wahrung der Verhältnismäßigkeit zu beachten“, lässt das Gericht mitteilen. Um jeden Preis können Städte die Fahrverbote aber nicht einsetzen.

Dennoch: In Hamburg hatte das Urteil erste Konsequenzen. An zwei Stellen im Stadtgebiet setzt die Stadt auf Fahrverbote für ältere Diesel. Es gelten aber einige Einschränkungen und Ausnahmen. Handwerker mit einem Dieselauto, deren Kunden in den betroffenen Gebieten wohnen, können das Fahrverbot deshalb ignorieren – sie dürfen trotzdem frei herumfahren. Eine Sorge weniger für Handwerker. Zumindest vorerst. Denn das Schadstoffproblem wird uns wohl vorerst weiter beschäftigen.

Feinstaub und Stickoxid: Was ist das, woher kommt es?

  • Feinstaub sind winzig kleine Partikel, die durch die Luft schwirren. Sie entstehen etwa durch den Abrieb von Reifen oder Bremsen, aber auch durch Diesel-Motoren. Der Diesel ist also längst nicht der einzige Verursacher von Feinstaub. Auch die Industrie trägt ihren Teil dazu bei.
  • Stickoxide, häufig auch NOx genannt, entstehen häufig bei Verbrennungsprozessen, also in Kraftwerken oder eben im Verbrennungsmotor. Und sogar an der Enstehung von sogenanntem „sauren Regen“ sind Stickoxide beteiligt.